Menü
×
Kontakt aufnehmen
Kontakt­formular
Live Chat starten

Die Mercedes S-Klasse Story: wie ein Auto ständig neue Standards setzt

Reportagen, 08.09.16

In unserer Werkstatt stand unlängst ein ganz besonderes Schmuckstück: ein Mercedes-Benz 250 S aus den 60er Jahren. Seines Zeichens einer der Vorgänger der heutigen S-Klasse. Wir haben seinen Besitzer, DDr. Ratschew getroffen, als er sein Schmuckstück gerade vom Pickerlservice bei Wiesenthal abholte und dabei ein bisschen über die Geschichte des Oldtimers geplaudert.

 

S-Klasse: der ewige Pionier

Wenn es ein Auto geschafft hat, seit Jahrzehnten immer wieder neue Standards im Bereich der Luxuslimousinen zu setzen, dann hält sich in diesem Zusammenhang ein Name mehr als konstant: die Mercedes-Benz S-Klasse. Streng genommen reicht ihre Geschichte zurück bis ins Jahr 1903, als der damalige Daimler-Chefkonstrukteur, Wilhelm Maybach (ja, das ist eine andere Geschichte, der wir uns auch demnächst widmen), den Mercedes-Simplex 60 PS konstruierte. Eine für damalige Verhältnisse absolute Luxuslimousine, die bislang ungeahnten Reisekomfort bot und bereits den Standard für künftige Versionen setzte: das Beste oder Nichts.

Der Übergang in die neuere Tradition der S-Klasse, wie wir sie heute kennen, beginnt allerdings erst Anfang der 50er Jahre, genauer gesagt als 1951 der 220 und 300 mit deutlich klarerer Linienführung präsentiert werden, 1954 markieren schließlich die “Ponton”-Limousinen endgültig den Schritt in die automobile Zukunft.

Die Bezeichnung S-Klasse lässt dabei übrigens noch auf sich warten. 1956  wird mit dem 220 S zwar erstmals das “S” wie “Spitzenmodell” in der Modellbezeichnung eingeführt, erst im Jahr 1972 wird die Baureihe 116 allerdings als S-Klasse tituliert. 

 

Ein Überblick über die Entwicklungsschritte der Mercedes-Benz S-Klasse:

 

Wegweisende Sicherheitsfeatures: Erfinder von ABS und Airbag

 

Der 250 S von DDr. Ratschew stammt aus dem Jahr 1966, also jener Modellreihe, die die sogenannten „Heckflossen“ ablöste. Dieses Vorgängermodell, das sich durch die ausgeprägten Heckflossen an den hinteren Kotflügeln auszeichnet, leitete übrigens im Grunde die fortan für die neuzeitlicheren S-Klasse Modelle geltende Devise ein: dieses Auto setzt Meilensteine. Denn im W 111 (darunter fielen der 220, 220 S und 220 SE) kam erstmals in einem Serienauto die Sicherheitskarosserie von Béla Barényi zum Einsatz. Diese verfügt erstmals über Knautschzonen vorne und hinten, die bei einem Unfall die Aufprallenergie aufnehmen und so die Insassen wesentlich besser schützen können.

Im 250 S (der 1965 gemeinsam mit dem 250 SE und 300 SE präsentiert wurde) kommt diese Karosserie natürlich auch zum Einsatz, allerdings verfeinern sich die Kurven des Oberklassemodells hin zu einer noch eleganteren Linie. Der rote 250 S von DDr. Ratschew hat mittlerweile übrigens mehr als 90.000 km zurückgelegt.  Und der Besitzer hat sich gut um das Auto gekümmert: die Limousine sieht auch nach über 50 Jahren fast so aus wie neu. “So ein besonderes Auto gibt man nur in Hände, denen man vertrauen kann. Ich bin mittlerweile seit Jahren mit meinem 250 S und anderen Fahrzeugen bei Wiesenthal Troststraße und äußerst zufrieden. Sie sehen selbst, das Auto ist in einem Top Zustand,” so DDr. Ratschew.

Für das Design des 250 S zeichnete übrigens Stardesigner Paul Bracq verantwortlich, der auf unaufdringliche Eleganz statt protziges Dekor setzte und damit bis heute zeitlos schöne Linien erschuf. In puncto Motorisierung hielt man sich ebenfalls noch zurück. Im Inneren des Luxusliners schlummerten statt aufbrausender V8-Motoren ausschließlich Sechszylinder, im 250 S etwa ein 2,5 Liter Motor mit 96 kW/130 PS.

Im Laufe der Entwicklung der S-Klasse feierten in dem Spitzenmodell stets technische Neuheiten Premiere, die sich später auch Serienfahrzeuge anderer Fahrzeugklassen und Marken zunutzen machen konnten, vor allem im Bereich der Sicherheit. So kamen in der S-Klasse erstmals  die bereits erwähnte Sicherheitskarosserie, ABS (das 1978 in der Baureihe 116 vorgestellt wurde), der Airbag (1981, Baureihe 126) und das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP (1995, Baureihe 140) zum Einsatz, allesamt Features, die heute in Fahrzeugen jeder Bauart Standard sind.

 

Antriebstechnik neu gedacht

 

Auch in puncto Antrieb experimentiert die Mercedes-Benz S-Klasse gerne mit wegweisenden, neuen Ansätzen. So wurde beispielsweise in der S-Klasse als erstem Modell der Ober- bzw. Luxusklasse ein Diesel verbaut und somit ein Zeichen gesetzt, dass effiziente und umweltfreundliche Antriebe und Luxuslimousinen nicht unbedingt einen Widerspruch darstellen. 1977 wurde im 300 SD (Baureihe 116) der Selbstzünder erstmals in einem Exportmodell für Nordamerika eingesetzt und stellte damit den ersten Serien-Pkw mit Turbodieselmotor dar. Ab 1992 wurde die Dieselvariante schließlich auch in Europa angeboten, 2010 kommt schließlich auch der erste Vierzylindermotor in einer S-Klasse zum Zug im S 250 CDI (Baureihe 221). Und auch das Thema Hybrid spielt natürlich in der S-Klasse als erstem Fahrzeug der Luxusklasse mit Hybridantrieb mit dem S 400 HYBRID im Jahr 2009 eine maßgebliche Rolle. Dabei kommt übrigens als erstem Serien-Pkw weltweit eine Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz.

 

Das staatstragende Auto

 

Ein Teil der Faszination der Mercedes-Benz S-Klasse geht aber natürlich auch von den Menschen aus, die die S-Klasse fahren. Denn die Luxuslimousine kommt naturgemäß des öfteren als Staats- und Repräsentationslimousine zum Einsatz - in den 50er Jahren zum Beispiel der berühmte “Adenauer” Mercedes. Zu ihrer Eignung für staatstragende Funktionen tragen dabei natürlich auch die optional erhältlichen Sonderschutzausführungen bei, etwa mit Panzerung, die mittlerweile unter dem Namen S-Guard mit Hoch- und Höchstschutz firmieren. Nicht nur weltliche Staatsoberhäupter ließen und lassen sich übrigens gerne mit einer S-Klasse chauffieren, auch beim Papst stand die S-Klasse oft hoch im Kurs. 1930 erhielt etwa Papst Pius XI. von Mercedes-Benz eine Pullman-Limousine als Geschenk, besonderes Merkmal späterer Sonderausführungen für den Papst war dabei übrigens der einzelne Sessel des Papstes im Fond (mit erhöhtem Dach und ebenem Boden).


Sie haben eine Frage?
Kein Problem. Egal ob Sie Fragen zu Fahrzeugen, Services oder anderen Themen haben: Wir stehen Ihnen in unserem Live Chat zur Verfügung.
Jetzt los chatten
×